Der Islam wird in öffentlichen Debatten häufig mit festen Rollenbildern, Autorität und patriarchalen Strukturen verbunden.
Doch was sagen der Koran und die islamische Tradition tatsächlich über den Menschen, über Frauen und Männer und über das Zusammenleben in einer Gemeinschaft? Der islamische Theologe Prof. Dr. Mouhanad Khorchide eröffnet einen Zugang zum Islam, der den Menschen in seiner Würde, Freiheit und Verantwortung in den Mittelpunkt stellt. Ausgehend von den Quellen des Islam zeigt er, dass die Botschaft des Korans nicht auf Dominanz und Härte zielt, sondern auf Barmherzigkeit, Gerechtigkeit und ein verantwortliches Miteinander.
Dabei geht es um weit mehr als um die Frage von Geschlechterrollen. Im Kern steht das Menschenbild des Korans: das Verständnis des Menschen als eines von Gott gewollten und mit Freiheit ausgestatteten Wesens, das Verantwortung für sich selbst, für andere Menschen und für die Welt trägt.
Gerade in einer Zeit gesellschaftlicher Spannungen, wachsender Polarisierung und neuer Unsicherheiten eröffnet diese Perspektive wichtige Impulse für das Zusammenleben in einer vielfältigen Gesellschaft.
Der Abend lädt dazu ein, vertraute Vorstellungen vom Islam zu hinterfragen und die Bedeutung religiöser Menschenbilder für aktuelle gesellschaftliche Fragen neu zu entdecken. Dabei wird deutlich, wie religiöse Traditionen Orientierung geben können, ohne Menschen einzuengen, und wie sie zu Respekt, Verständigung und gegenseitiger Anerkennung beitragen können.