Sommer 1954. Thomas Mann reist mit seiner Frau Katia nach Düsseldorf, um aus dem ‚Felix Krull‘ zu lesen. Im selben Hotel logiert auch Klaus Heuser, auf einem Heimaturlaub aus Asien. Ein Zufall, der es in sich hat. Klaus Heuser, den er 1927 auf Sylt kennengelernt hatte, gehört zu Thomas Manns großen Lieben. In der Figur des Joseph und im Krull hat er ihn verewigt. Ihre mögliche Wiederbegegnung sorgt rundum für größte Unruhe. Aus der Folie realer Geschehnisse erzählt Hans Pleschinski in diesem großen Roman von Liebe, Verantwortung und Kunst – und von den 50er Jahren in Deutschland.
"Welche Art von Urlaub verbrachte der Dichter? Eher selten genoss er untätig vom Strandkorb aus der Luft, die See, den Blick in die Ferne. Er machte sich Notizen, zahllose. Mit den Armen im Rücken wandelte er im leichten Anzug an der Gischt entlang und inhalierte … „Nicht zu weit hinaus! Man täuscht sich leicht.“ Zuerst hatte Klaus nicht gewusst, wer gerufen hatte. Aus der Brandung heraus hatte zur hellen Gestalt geblickt. In der Sonne glänzten, funkelten die Brillengläser. – „Ich passe auf“, war ihm als das einzig Richtige eingefallen. Thomas Mann hatte genickt, ja, wie zum Gruß mit einer Hand fast gewunken.“ Hans Pleschinski, Königsallee
Die Lesung ist Teil von „Buch in Morsum“, organisiert von FELIX JUD.