Seit 2008 leitet Intendant Peter Carp das Theater Oberhausen mit den drei Spielstätten Großes Haus (422 Plätze), Malersaal(99 Plätze) und der b.a.r (60 Plätze). Ein Schwerpunkt von Peter Carps Intendanz ist die Öffnung des Theaters hin zu einer international arbeitenden Kultureinrichtung. So inszenieren vermehrt Regisseure aus anderen Ländern und Kulturkreisen in Oberhausen, wie Andriy Zholdak, Kornél Mundruczó, Serantos Zervoulakos, Joan Anton Rechi, Ana Tomovic, Vlad Massaci, Jean Renshaw, Lily Sykes, Bram Jansen und Simon Stone. Internationale Kooperationsprojekte („Playing with our Twin Towns“ für ruhr.2010, „Zwei Orte ein Stück“, Kooperation mit dem Teatrul National Radu Stanca in Sibiu) wurden bisher realisiert.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Suche nach neuen Formen des musikalischen Sprechtheaters. So inszenierte Joan Anton Rechi Tom Waits Woyzeck, eine Opera nach Georg Büchner, im Jahr drauf Die Oberhausener Johannes-Passion und Carmen. Der ungarische Regisseur Kornél Mundruczó inszenierte Schöne Tage und Otto Beatus Never Too Loud und Nowhere Men.
Mit Herbert Fritschs Inszenierung Nora oder Ein Puppenhaus erhält das Theater Oberhausen eine Einladung zum Berliner Theatertreffen 2011, die zweite in der 90jährigen Geschichte des Hauses! Seither tourt das Theater Oberhausen mit dieser Produktion um die Welt! Zuschauer in Prag, Krakau, Bogotá, Caracas, Hamburg, Zürich, Siegen, St. Pölten, Oslo, Le Havre und Cherbourg nehmen die Nora begeistert auf.
Am 15. September 1920 wird das Theaters Oberhausen eröffnet. Im Krieg durch Bomben zerstört, konnte das Theatergebäude wieder aufgebaut und 1949 als Mehr-Sparten-Theater wieder eröffnet werden. 1961 richtete man mit dem Studio 99 neben dem Großen Haus eine weitere Spielstätte ein, die 2007 unter Intendant Johannes Lepper in den „Malersaal“ verlegt wurde.
In den 60er Jahren erregte das Theater unter Spielleiter Günther Büch überregionale Aufmerksamkeit, u.a. mit Uraufführungen von Peter Handkes Stücken Weissagung und Selbstbezichtigung (1. Einladung zum Berliner Theatertreffen 1967), Hilferuf und Kaspar (gemeinsam mit dem TAT, Frankfurt).
Aus Sparzwängen schloss man die Sparte Schauspiel 1973, die nach der Schließung des Musiktheaters 1991 von Intendant Klaus Weise wieder neu etabliert wurde. Integriert wurde das „Theater im Pott“, kurz tip genannt, das in Oberhausen bereits eine langjährige Tradition als Kinder- und Jugendtheater hatte.