Wer die Entwicklung im Deutschrap-Underground mitverfolgt, kommt spätestens seit 2023 nicht mehr an ihm vorbei. Auf der Bildfläche erscheint Zackavelli allerdings schon ein paar Jahre zuvor. Doch es sind Tracks wie der „Tiger Woods Freestyle“ mit Coolpacc, „*Ja Man!*“ oder „Glock unterm Kleid“, die den Stein so richtig ins Rollen bringen. Ab 2024 avanciert Zackavelli dann zu einem der angesagtesten Newcomer der Szene. Von US-Trap inspirierte Beats und im Mumble Rap-Stil vorgetragene Lyrics über das Leben in Berlin-Kreuzberg sind Zackavellis Markenzeichen – und sein Erfolgsgeheimnis. Denn aus diesen und weiteren sorgfältig ausgewählten Zutaten entsteht ein eigenständiger Sound, der dem Nachwuchsrapper stetig wachsende Aufmerksamkeit beschert.
Zackavelli steigt 2019 ins Rap-Game ein. Damals macht er mit Kollegen wie Kane und Ello gemeinsame Sache, etwa in Form des Kollabo-Albums „Saphir“, das 2020 herauskommt. Unter dem Titel „Babylon“ erscheint 2021 ein weiterer Output von Zackavelli und Ello. Wer diese Frühwerke heute bei Streamingdiensten sucht, wird nur noch im Archiv des Rappers fündig. Grund hierfür ist ein Neustart, den der Berliner wagt, und zwar im Alleingang. Im August 2021 droppt er seine erste Solo-Single „Z3’“, gefolgt von „O.J. Mayo“. Mit weiteren Singles vergrößert sich die Reichweite zusehends. Der minimalistische Stil, der an US-Rapper der Sorte Young Thug erinnert, scheint bei den Leuten anzukommen. Dazu bietet Zackavellis Musik reichlich Abwechslung. Die Tracks sind progressiv und eben minimalistisch, aber gleichzeitig melodisch bis hin zu tanzbar. Ferner wird sein Output geprägt vom geschickten Einsatz von Samples, wie jenes aus „Bitch Don’t Kill My Vibe“ von Kendrick Lamar, das auf „Tiger Woods Freestyle“ zu hören ist.
Der Zackavelli-Vibe
Ähnlich abwechslungsreich wie die Musik gestalten sich auch Zackavellis Lyrics. Auf der einen Seite sind da die genretypischen Themen wie Geld, der Konsum gewisser Substanzen und Erfahrungen mit „Bitches“, wie im Falle von „He/Him“ mit marli. Auf der anderen Seite des Spektrums finden sich melancholische Tracks wie „Zuhause“ (2024) oder „als ich nichts hatte“ (2025) mit deepen Texten, die zum Nachdenken anregen. Vermutlich noch entscheidender für den Erfolg als Sound und Lyrics ist der Vibe, den der Hauptstädter verbreitet. Aber auch dieser variiert zwischen den einzelnen Tracks. Doch ob „David Bowie Freestyle“ oder „NoGo“, den Songs haftet etwas Spontanes an, das sich in den zugehörigen Musikvideos wiederfindet. Vielleicht ist es gerade das, was die geneigte Hörerschaft, die ebenjenen Vibe fühlt, an Zackavelli schätzt.
Streams im Millionenbereich sowie die euphorischen Kommentare unter den Videos und in den Socials lassen darauf schließen, dass es für Zackavelli weiter bergauf gehen wird. Da sich der Newcomer in den letzten Jahren durchaus vielfältig präsentiert hat, darf man gespannt sein, wie er sich in Zukunft weiterentwickelt. Fans von Deutschrap und Trap sollten Zackavelli unbedingt im Auge behalten.