Truck Stop ist die erfolgreichste deutsche Country Band aller Zeiten
Die Gruppe gründete sich 1973 in Hamburg. Sie spielte zunächst englischsprachigen Country, Rock`n Roll und Bluegrass. Gründungsmitglieder waren Burkhard „Lucius“ Reichling, Günter „Cisco“ Berndt, Wolfgang „Teddy“ Ibing, Rainer Bach, Erich Doll und Eckhart Hofmann.
Ihre ersten Konzerte gaben sie in den angesagten Musikclubs auf der Reeperbahn und in der legendären Musikkneipe „Onkel Pö“ in Hamburg-Eppendorf. Im gleichen Jahr 1974, gingen sie auf Europa-Tournee, spielten im Vorprogramm von Fats Domino und Gilbert O`Sullivan, u. a. in der „Royal Albert Hall“ in London, in Paris, Amsterdam und Brüssel. 1975 gab Truck Stop fünf Konzerte in Polen (Bresslau u. a.).
Zwischen 1973 und 1977 brachte Truck Stop vier Alben in englischer Sprache heraus. Stilistisch orientierten sie sich an den bekannten, amerikanischen Country Stars, wie Johnny Cash und „Kris Kristofferson“, aber auch an Rock’n Roll-Größen, wie Fats Domino und Chuck Berry.
Doch die Alben verkauften sich zunehmend schlechter. Die Band entschloss sich zu einem Stilwechsel. Sie wollten zukünftig ihre Country Songs in deutscher Sprache singen. Das hatte bis dahin keiner gewagt. Unterstützung für Komposition und Text bekamen sie von Claus-Dieter Eckhardt („Take It Easy, altes Haus“, „Louisiana Ladies“) und Holger Grabowski („Ich möcht´ so gern Dave Dudley hör’n“). Bereits mit ihrem ersten deutschsprachigen Country Album „Zu Hause“ landete Truck Stop zwei Single-Hits mit „Die Frau mit dem Gurt“ und „Ich möcht‘ so gern Dave Dudley hör`n“, für den sie auch eine Goldene Schallplatte erhielten.
Von Anfang an war Joe Menke Förderer und Produzent der Band. In seinem Studio in Maschen wurde zwischen 1973 und 1994 für und mit Truck Stop produziert. Joe wurde vertrauensvoller Berater und Freund der Band und Menkes Studio in Maschen zur neuen Heimat der Cowboys.
1976 verließ Eckart Hofmann, Saxophonspieler und Flötist, die Band. Auch Rudolf Steinmetz, ab 1977 als Bassist bei der Band, schied ein Jahr später wieder aus. Für ihn kam 1978 Uwe Lost. Im gleichen Jahr gab Truck Stop ein umjubeltes Konzert auf der Musikmesse in Chicago, spielte deutsche und englische Songs im Mix und stand mit amerikanischen Musikgrößen wie Hank Williams Jr. und Lloyd Green auf der Bühne. Es war ihr erster und sehr erfolgreicher Auftritt in den USA.
Beim deutschen Vorentscheid zum Grand Prix Eurovision belegte Truck Stop 1979 mit „Take it easy altes Haus“ den zweiten Platz. Truck Stop wurde „Stammgast“ in der ZDF Hitparade bei Dieter Thomas Heck. Ihr größter Hit „Der wilde, wilde Westen“ erschien 1980 und landete auf Platz 1.
Anfang der Achtziger kam der Däne Nils Tuxen als Ersatz für Rainer Bach zur Band, der kurzzeitig musikalisch pausierte. Tuxen war einer der wenigen Musiker in Europa, der Pedal Steel Guitar spielen konnte. Er blieb auch nach Bachs Rückkehr als Musiker und Komponist mit der Band eng verbunden.
1983 verließ Rainer Bach die Band aus beruflichen Gründen, Knut Bewersdorff wurde festes Mitglied der Elbe-Cowboys. Der Erfolg von Truck Stop nahm von da an wieder stetig zu.
Im Jahr 1988 durften die Cowboys der Nation erstmals in die DDR einreisen, nachdem es zuvor wegen ihrer Texte immer wieder zu Schwierigkeiten gekommen war. Schließlich traten sie in Weimar und Suhl vor ausverkauften Häusern auf. Und obwohl von oben verboten, spielten sie ihren Hit „Der wilde, wilde Westen“ auf Wunsch der Fans trotzdem.
Nur ein Jahr später, am 09. November 1989, hatte Truck Stop einen Gig in der Deutschlandhalle in Berlin. Während des Konzerts wurde bekannt, dass die Grenzen zur DDR geöffnet wurden. Die Band spielte an diesem Abend nicht zu Ende. Stattdessen feierten sie und ihre Fans gemeinsam mit Tausenden am Brandenburger Tor das Ende der Teilung Deutschlands.
1991 wurden die Cowboys erneut in die USA eingeladen: Mit „Arizona, Arizona“ waren sie Nummer 1 der Hitparade eines deutschen Radiosenders in Phoenix, Arizona. Sie gaben drei Konzerte - in Phönix, Los Angeles und San Francisco.
Mitte der Neunziger trat Volker Heintzen, lange Jahre Ton-Ingenieur und Co-Produzent im Studio Maschen, die Nachfolge von Joe Menke an, der sich aus Altersgründen zurückzog. In seinem VOX-Klangstudio nahm Truck Stop das Album „No.1“ und viele weitere Produktionen bis 2013 auf. Die Band verließ nach 17 Jahren ihre Plattenfirma Metronome/Universal und wechselte 1995 mit dem erfolgreichen Album „No.1“ zu BMG Ariola. 2008 wechselten sie zu Jack White`s Label „Gloriella“ – auf diesem Label wurden bis 2013 vier Studioalben veröffentlicht. Seit 2015 ist die Band auf dem Telamo Label zu hören.
1996 erhielt Truck Stop ihre erste „Goldene Stimmgabel“. Weitere folgten 1998 und 2006.
1999 nahmen sie gemeinsam mit Stefan Raab den „Maschendrahtzaun“ auf und erhielten dafür vier Gold- und eine Platin-Auszeichnung für über 1 Mio. verkaufte Singles.
Im März 2000 wurden Truck Stop mit vier Country-Oscars von der German-American Country Music Federation GACMF ausgezeichnet. Zuvor hatte die GACMF die Elbe-Cowboys bereits für ihr Lebenswerk geehrt und als erste deutsche Band in die "Country Hall of Fame" aufgenommen.
Zum 35-jährigen Bestehen und für ihre norddeutsche Ausstrahlung, die sie in ganz Deutschland repräsentieren, wurde Truck Stop 2008 der Nord Award verliehen. Ihr Song „Große Haie, kleine Fische“ ist seit 25 Jahren Titelsong der erfolgreichen ARD-Vorabendserie „Großstadtrevier“.
Dirk Schlag kommt 2003 als neue E-Gitarrist zur Band, weil Erich Doll (verstarb 2019) aus gesundheitlichen Gründen seinen Cowboyhut an den Nagel hängen musste.
Ab 2012 folgten schwierige Jahre für Truck Stop: Lucius Reichling verstirbt im Alter von 65 Jahren unerwartet an den Folgen einer Lungenentzündung. Nur ein Jahr später, also im Jahr 2013, nahm Cisco aus gesundheitlichen Gründen musikalisch seinen Hut. Er verstirbt 2014.
Dirk Schlag verließ 2013 die Band und wechselte zu „Santiano“. Chris Kaufmann übernimmt 2013 die E-Gitarre und verließ 2022 die Band Truck Stop aus gesundheitlichen Gründen.
Der Hamburger Gitarrist David Rick übernimmt im Sommer 2022 die E-Gitarre bei Truck Stop.
Uwe Lost (*19.06.1949 in Hamburg), seit 1977 der Mann am Bass, verlässt die Band nach 44 Jahren und wird durch den Bassisten Uwe Frenzel ersetzt, der zuvor bei der Band „Texas Lightning“) als Bassist tätig war.
2015 – Truck Stop starten neu durch
Der Tod der beiden Gründungsmitglieder ist für Truck Stop ein schmerzhafter Einschnitt. Teddy, Uwe und Knut denken darüber nach, die Band aufzulösen. Doch bestärkt durch den Zuspruch der Fans entscheiden sie sich gemeinsam zu einem Neuanfang. Die Jungs machen sich auf die Suche nach Musikern, die den Sound und das Lebensgefühl, das Truck Stop seit mehr als 40 Jahren verkörpert, verstehen aber in einem zeitgemäßen Geist und modernisiertem Sound gemeinsam mit der Band weiterentwickeln können und Truck Stop in die Zukunft begleiten wollen.
Andreas Cisek ist bereits seit 1992 als Texter und Musiker für die Band tätig, u. a. stammen Songs wie „Heute rocken wir das Haus“, „So ist Sommer“ und „A7 Blues“ aus seiner Feder. Nach dem Tod von Lucius B. Reichling wird er zum festen Sänger neben Cisco. Nun ist er der erste Mann am Mikrofon bei Truck Stop. Chris Kaufmann übernimmt 2013 die E-Gitarre und Tim Reese spielt seit 2014 bei den Cowboys Fiddle, Gitarre, Banjo und Mandoline.
Der neue Partner - das Plattenlabel Telamo.
o 2015 Album „Männer sind so“
o 2017 Album „Made in Germany“
o 2019 Album „Ein Stückchen Ewigkeit“
o 2021 Album „Liebe, Lust & Laster“
o 2023 Jubiläumsalbum 50 Jahre Truck Stop
o 2025 Album „Freiheit pur“
Die Band:
Andreas Cisek: Gesang & Gitarre, Mundharmonika
Andreas Cisek (*30.05.1958 in Hamburg) bekam mit 14 Jahren seine erste Gitarre und gründete nur drei Monate später seine Rockband „Pace“. 1977 begann er eine Tischlerlehre und arbeitete danach in seinem Beruf, während er nebenbei Musik machte. 1978 nahm er sein erstes Demo „I`m falling in love again“ bei Nick Munro auf. In seiner daran anschließenden Bundeswehrzeit wurde er Gitarrist beim Heeresmusikkorps und machte danach die Musik zu seinem Beruf. Er spielte für Musiker wie James Last und die Gruppe „Santiano“. Daneben schrieb er Songtexte.
1990 lernte er Uwe Lost kennen und begann erste Texte für Truck Stop zu schreiben. Ab 1995 sprang er auch als Sänger und Bassist immer wieder bei der Band ein. Seit 2012 ist er festes Mitglied von Truck Stop.
Hobbys: Musik, Rad fahren und Zeit an der Nordsee verbringen
Knut Bewersdorff: Pedal Steel Guitar, Dobro, Gitarre & Gesang
Knut Bewersdorff (*27.04.1960 in Stade) lernte mit 9 Jahren Akkordeon, wechselte dann aber nach 3 Jahren doch lieber zur Gitarre. Seine erste Schülerband „MyAmi“ gründete er mit 14 Jahren. Mit 18 Jahren stieg er in die Top 40 Band „Starlight Company“ als Bassist und Sänger ein, in der er fünf Jahre blieb. Nebenher begann er im Alter von 20 Jahren intensiv „Pedal Steel Guitar“ zu lernen und gründete 1980 die Country Rock Band „Norddeutsches Prärieorchester“. In dieser Formation war er überwiegend als Bassist und Sänger tätig, spielte aber erstmals öffentlich auch sein zukünftiges Hauptinstrument, die „Pedal Steel Guitar“. Nach dem Fachabitur begann er eine Ausbildung zum Musikalienhändler im Hamburger „Music Center No.I“, bis er 1983 zu Truck Stop kommt und hauptberuflich einer der Cowboys der Nation wird.
Hobbies: Modellflug, Hochseeangeln, Programmieren
Teddy Ibing: Schlagzeug & Unterhaltung (Gründungsmitglied)
Wolfgang „Teddy“ Ibing (*10.08.1948 in Bergen an der Dumme) saß bereits mit 13 Jahren als Drummer auf der Bühne, ob beim Schützenfest, den Feuerwehrbällen oder diversen Silberhochzeiten. Seine Schülerband am Gymnasium nannte sich „King Bees“.
Nach dem Abitur zog er 1970 nach Hamburg, lernt Lucius Reichling, Cisco Berndt und Erich Doll kennen und begann mit ihnen gemeinsam Musik zu machen. Sein Studium der Zahnmedizin brach er kurze Zeit später ab. 1973 gründete er gemeinsam mit Lucius Reichling, Cisco Berndt, Erich Doll, Rainer Bach und Eckart Hofmann die Gruppe Truck Stop.
Hobbies: Kochen, Modelleisenbahnen, Tontechnik
Uwe Frenzel: Bass, Akkordeon, Gesang
Mit Uwe Frenzel (56) haben Truck Stop wieder einen echten Cowboy in ihren Reihen, der über viele Jahre Bühnen-Erfahrung mitbringt und ein exzellenter Musiker ist. Seit 2003 spielt Uwe „Friendly“ Frenzel den Bass bei „Texas Lightning“. Die Band gewann mit dem Hit „No, No Never“ im Jahr 2006 den deutschen Vorentscheid für das ESC-Finale
Bevor nach Hamburg zog, studierte er in Stuttgart Kontrabass, Jazz und Popularmusik. Mit der Band Sub Orange Frequency (S. O. F.) gewann er in der Großen Freiheit den John-Lennon-Förderpreis. Als Bassist trat er im Deutschen Schauspielhaus Hamburg auf, war mit „Jan Plewka singt Rio Reiser“ unterwegs und mit Stefanie Hempel teilt er die Beatles-Leidenschaft und spielt 2 Alben mit ihr ein. Er schreibt viele Kompositionen u.a. für das Theaterstück „STRUWWELPETER“ am Burgtheater Wien und produziert die Playbacks für die „Extra 3 Songs“ im NDR. Er spielte schon im „Schmidt’s Tivoli Orchester“ und gründet mit Nils Tuxen die Band „The SWINGING WEST Radio Show“. Seit 1994 ist er Lehrer an der Staatlichen Jugendmusikschule am Mittelweg in Hamburg.
Hobbies: Reisen
David Rick: E-Gitarre, Akustik Gitarre, Mandoline
David Rick (*1986 in Hamburg) startete mit 9 Jahren die Reise an der Gitarre. Seither hat er in verschiedenen Formationen und Genres (Reggae, Folk / Pop, Country, Bluegrass) in Europa auf der Bühne gestanden. Sein Bruder hatte ihn früh mit Country & Bluegrass „infiziert“ und bis heute liegt hier sein musikalisches Herz.
Seit Mai 2022 gehört er fest zu Truck Stop.
Hobbies: Yoga / Meditation & Sport, die Welt bereisen, Musik…Gitarre…Musik
Tim Reese: Fiddle, Gitarre, Mandoline, Banjo, Ukulele
Tim Reese (*20.09.1979 in Frankenberg) wurde in eine musikalische Familie geboren und wuchs mit Musik auf. Als Sechsjähriger begann er, Geige zu lernen.
Er spielte in verschiedenen Bands u. a. bei der Hamburger Folkband „Widerange“, bei „The Joneses“ und mit Richie Harte bei „Howdy“. Bei einem seiner Engagements als Gastmusiker für die Band „Epitaph“ wurde Andreas Cisek auf ihn aufmerksam. Seit Anfang 2014 gehört er fest zu Truck Stop.
Hobbies: Familie und Musik