Kann man sich die (musikalischen) 80er Jahre vorstellen, ohne dabei unweigerlich auch an The Cure zu denken? Wohl kaum. Mit eigenwilligem Gesang, verschmiertem Lippenstift, schwarz geschminkten Augen und wild toupierten Haaren prägte der Sänger und Gitarrist Robert Smith das Image der Band – nicht nur auf Konzerten, sondern auch in schrägen und künstlerisch anspruchsvollen Videos. Die bereits 1976 gegründete Band landete immer wieder grandiose Hits, die die Musikszene beeinflussten und mittlerweile zu wahren Klassikern der Popgeschichte avanciert sind. Auf ewig unvergessen bleiben wohl Ohrwürmer wie „Boys Don’t Cry“, „Close to me“, „Lullaby“, „Friday I’m in Love“, „In between Days“ oder auch „The Lovecats“. The Cure erhielten dafür diverse Auszeichnungen – darunter zwei Brit Awards (in den Kategorien „beste britische Gruppe“ 1991 und „bestes Video“ 1989 für Lullaby) – sowie zahlreiche Award-Nominierungen.
Es erscheint unglaublich, doch die Dark-Wave-Band existiert seit bald 40 Jahren. Während die anderen drei Gründungsmitglieder Michael Dempsey, Paul „Porl“ Thompson und Laurence „Lol“ Tolhurst früher oder später die Gruppe endgültig oder zwischenzeitlich verließen, blieb Frontmann Robert Smith als einziger bis zum heutigen Tag ununterbrochen dabei. An seiner Seite spielen aktuell Simon Gallup (Bass), Jason Cooper (Schlagzeug), Roger O’Donnell (Keyboard) und Reeves Gabrels (Gitarre).
Robert Smith war erst 17 Jahre alt, als er und seine Kumpels aus der Schule ihre Band gründeten. Sie besuchten die St. Wilfrid’s Catholic Comprehensive School im südenglischen Crawley. Zunächst nannte sich das Quartett noch Easy Cure, doch bald wurde daraus schlicht und prägnant The Cure, was so viel wie „Das Heilmittel“ bedeutet. 1978 verließ Thompson die Band. The Cure unterschrieben beim frisch gegründeten Plattenlabel Fiction Records, und schon 1979 brachten die drei Musiker ihr Debütalbum „Three Imaginary Boys“ sowie ihren Smash Hit „Boys Don’t Cry“ heraus. Stilistisch stand die Band zunächst zwischen Punk und Wave. Doch im Laufe der Zeit bediente sie sich auch aus Genres wie Gothic, Rock, Jazz, Funk, Pop und sogar Salsa.
Das zweite Album „Seventeen Seconds“ aus dem Jahre 1980 und dessen Nachfolger „Faith“ von 1981 gelten unter The-Cure-Fans als wahre Meisterwerke. Nach dem 1982 erschienenen dritten Album „Pornography“, das noch recht düster daherkam, wurde der Sound der Band zuweilen regelrecht heiter. Spätestens mit dem 1989 veröffentlichten Longplayer „Disintegration“ begeisterten The Cure die großen Massen. Singleauskopplungen wie „Lullaby“, „Pictures of You“ und „Lovesong“ feierten gigantische Erfolge. 1991 kam das Wish-Album auf den Markt mit dem Super-Hit „Friday I’m in Love“ – der meistverkauften Single der gesamten Bandgeschichte. Kein Wunder, dass die anschließende Welttournee von The Cure restlos ausverkauft war. Neben ihren zahlreichen Studioalben brachten The Cure auch immer wieder Compilations, Filme und Live-Alben heraus.
2002 sorgten The Cure mit außergewöhnlichen Konzerten für Furore: Bei ihren Trilogy-Auftritten in Berlin spielten Robert Smith und seine Mitstreiter die Alben „Pornography“, „Disintegration“ und „Bloodflowers“ ebenso vollständig wie chronologisch durch. Bis zu viereinhalb Stunden blieben die Musiker dafür auf der Bühne! Das mittlerweile zwölfte Studioalbum, „The Cure“, kam 2004 heraus. Im selben Jahr zeichnete MTV die Band mit dem ICON-Preis aus. Live begeisterten die energiegeladenen Musiker immer wieder mit langen Auftritten und großzügigen Zugaben. 2008 brachte die Band ihr vorerst letztes Studioalbum namens „4:13 Dream“ auf den Markt. Doch wer weiß schon, was der umtriebige Frontmann Robert Smith noch alles in der Pipeline hat?
Sicher ist jedenfalls, dass die Kultband The Cure wieder auf Tour geht – und 2016 auch nach Deutschland kommt: Hamburg, Berlin, München, Stuttgart, Leipzig und Köln dürfen sich im Oktober und November 2016 auf fulminante Cure-Shows freuen!