Erkan Ogur und Ismail Hakki Demircioglu kommen in einer seltenen Zusammenarbeit zusammen, die das alte musikalische Gedächtnis Anatoliens mit spiritueller Tiefe und einem besonderen Gefühl von Einheit verbindet.
In diesem Projekt hören zwei Stimmen und zwei alte Instrumente auf, als getrennte Elemente zu existieren, und werden stattdessen zu unterschiedlichen Spiegelungen desselben Atems und derselben inneren Reise. Erkan Ogurs Beziehung zum Kopuz löst die Musik aus festen Grenzen und erschafft eine fließende, meditative Klangwelt. Die Stimme von Ismail Hakki Demircioglu trägt die Aufrichtigkeit der anatolischen Dichtung und der über Jahrhunderte mündlich überlieferten Volkskultur in die Gegenwart und bietet einen schlichten, echten und tief verwurzelten Ausdruck.
Diese Zusammenarbeit geht über die Volksmusik hinaus und teilt eine starke spirituelle Nähe zum Sufismus und zum mevlevitischen Denken. Wiederholung ist hier keine Form, sondern Kontemplation. Die Melodie wird zu einer weiteren Art des Erinnerns. Stille ist ebenso bedeutungsvoll wie Klang, und jede Pause lädt den Zuhörer nach innen ein. Dieser Zugang zur Musik verzichtet auf äußere Wirkung und stellt Hingabe, Demut und Präsenz in den Mittelpunkt, nicht Virtuosität.
Das Duo lädt dazu ein, Anatolien nicht als geografischen Ort zu sehen, sondern als einen Zustand des Seins. In Live Situationen gelingt es ihnen, das Publikum über Worte und Melodien hinauszuführen und in einem gemeinsamen Gefühl zu vereinen. In diesem Projekt ist Musik keine Erzählung, sondern eine Erfahrung. Diese Musik ist nicht dafür gedacht, konsumiert zu werden, sondern betreten zu werden.