Polyhymnia - Die Hymnenreiche
„Rauch&Rosen“
Der Abend legt sich wie Samt über die Stadt. Straßenlaternen spiegeln sich auf nassem Pflaster, irgendwo klirrt eine Straßenbahn, und hinter hohen Fenstern flackert warmes Licht. Ein Klavier probt leise ein paar Takte - zögernd erst, dann entschlossener. Stimmengewirr im Foyer, ein Rascheln von Mänteln, der Duft von Parfum und Erwartung. Als die Türen sich öffnen, strömt das Publikum hinein, hinein in eine andere Zeit.
Dieser Nachmittag entfuhrt Sie in das schillernde, widersprüchliche und elektrisierende Berlin der 1920er und 30er Jahre - dorthin, wo Kaffeehäuser zu Denkfabriken, Varietés zu Zufluchtsorten und Buhnen zu Spiegeln der Gesellschaft wurden. Zwischen rauchiger Melancholie und frechem Großstadtwitz erklingen Lieder u.a. von Holländer, Schonberg und Weill.
Ein besonderer Hohepunkt ist die Uraufführung einer Neukomposition von Saskia Bladt. Ihre Musik trifft auf die eindringliche Sprachkunst von Nora Gomringer.
Und wenn der letzte Ton verklingt, bleibt das Gefühl, als habe die Nacht selbst für einen Augenblick den Atem angehalten.
Besetzung:
Salome Kammer (Stimmsolistin), Uta Hielscher (Klavier)