Die unglaubliche Geschichte von Die Fantastischen Vier startet Mitte der Achtziger in Stuttgart, damals heißt die Gruppe noch Terminal Team, rappt auf Englisch und besteht nur aus Smudo und And.Ypsilon. Nachdem die beiden weiteren Mitstreiter, Michi Beck und Thomas D, zur Band stoßen rappt man dann auf Deutsch und hievt mal eben ein ganzes Genre in den Mainstream.
Die Fantas werden zur ersten deutschsprachigen Rapband (auch wenn sie selbst vielleicht eher von Sprechgesang reden würden) mit Major-Deal. Und das mit „Jetzt geht’s ab“ erstaunlich treffsicher orakelnd betitelte Debüt-Album wird zum Mantra für die kommenden Jahre. Es geht nicht nur bei den vier Stuttgartern ab – es wird ein Fundament für Rapdeutschland gelegt, das bis heute Bestand hat.
Es folgen weitere, äußerst erfolgreiche Alben mit Singles, die sich in das kollektive Bewusstsein der Rap-Republik einritzen, wie die Rillen in eine Vinylplatte. „Vier gewinnt“ wird mit Singles wie „Die da?!“ oder „Dicker Pulli“ zum absoluten Instant-Classic der Szene. Das darauf folgende „Die vierte Dimension“ beschert uns einen „Tag am Meer“ – und ganz nebenbei eine eigene TV-Show der Band, die genauso wie das Album betitelt ist und auf dem damaligen Pay-TV-Platzhirsch Premiere läuft.
Nach einem Crossover-Sideprojekt mit den Megalomaniax wird weiter Rapgeschichte geschrieben. „Lauschgift“ erscheint und liefert Hits wie „Sie ist weg“, „Populär“ oder „Der Krieger“ – die Band scheint auf dem Zenit, die Mitglieder widmen sich vielfältigen Solo-Projekten.
Dann die Rückkehr mit „4:99“ und der unvergesslichen Single „MfG“ – überwältigt von dem gigantischen Erfolg ziehen sich die Fantas in eine Höhle zurück – und nehmen dort ein gefeiertes MTV-Unplugged auf (das sich später in eben jener Höhle nochmals wiederholen wird). Das klingt nach ganz schön viel, ist den Rappern aber nicht genug. Das Folgealbum heißt dann folgerichtig auch einfach „Viel“ und hat Perlen wie „Troy“ oder „Geboren“ im Gepäck. Die Fans – mittlerweile locker zwei Generationen umfassend – feiern weiter mit.
Auf Album Nummer Sieben „Fornika“ kommt es dann zur wohl unvermeidlichen Union der Popgiganten: Herbert Grönemeyer singt die Hook zu „Einfach sein“ und macht den Song zum unvergesslichen (im wahrsten Sinne des Wortes) Ohrwurm. Auf dem achten Album „Für dich immer noch Fanta Sie“ fordern die Musiker dann „Gebt uns ruhig die Schuld“, aber woran denn? An acht äußerst feierbaren Alben und hunderten umjubelten Konzerten? Sehr gerne!
Das alles wäre bisher schon eine äußerst beeindruckende, kaum fassbare Bandgeschichte. Aber ganz nebenbei haben die Jungs ja auch noch ein Label und eine Bookingagentur gegründet und vielen anderen Künstlern den Weg in die Öffentlichkeit geebnet.
Zum 25. Jährigen Bandjubiläum folgt dann das neunte Album „Rekord“ inklusive der Jubiläumssingle „25“, vier Jahre später liefert die Formation dann mit „Captain Fantastic“ ein weiteres Album ab, das mit einer Goldenen Schallplatte ausgezeichnet wird. Im Oktober 2024 erscheint dann schließlich „Long Player“ – kurz bevor Die Fantastischen Vier ihre „Der letzte Bus – Final Tour 2026 bis 2028“ ankündigen und sich von der großen Bühne verabschieden.