Ein Album auf dem Index, ein Praktikum im Bundestag, Bambi-Preisträger, Schauspieler, Familienvater, Produzent und Inhaber eines Plattenlabels. Was sich wie eine unmögliche Kombination anhört, schmückt den Lebenslauf des Berliner Rappers Bushido.
Bushido bedeutet im Japanischen „Weg des Kriegers" und so ähnlich könnte man den Werdegang des umstrittenen Künstlers auch beschreiben. Aufgewachsen in Berlin, mit einer Vorliebe für Hip-Hop und Graffiti, bereitete Anis Mohammed Yussuf Ferchichi alias Bushido Anfang der 2000er den Weg für den deutschen Gangster-Rap und machte das Genre in Deutschland salonfähig. 2001 nahm das Berliner Label „Aggro Berlin", zu welchem auch Künstler wie Sido und Fler gehörten, Bushido unter Vertrag. „Vom Bordstein zur Skyline" ist der Titel seines 2003 erschienen ersten Soloalbums, womit Bushido den Grundstein seiner Musikkarriere legte.
Künstlerische Differenzen mit Aggro Berlin brachten ihn dazu, 2004 gemeinsam mit dem Rapper D-Bo sein eigenes Label „Ersguterjunge" zu gründen. Mit dem Album „Vom Bordstein zur Skyline zurück" (2007) erreichte Bushido zum ersten Mal Platin-Status in Deutschland. Mit „7", seinem vierten Studioalbum, katapultierte er sich an die Spitze der deutschen Charts.
Es folgten neben diversen Nummer 1 Alben im Jahrestakt und ausverkauften Touren auch diverse Skandale, wobei er immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt geriet. Songs wie „Sonnenbank Flavour", „Vom Bordstein zur Skyline zurück" oder „Alles verloren", begeistern seine Fans, die seine Lyrics meist auswendig mitrappen können. Seine Beats sind eingängig und originell, seine Texte umstritten. Mit seinen erfolgreichen Single-Auskopplungen beweist er, dass er ein Gespür für den Geschmack seiner Fans hat. Bushido geht auf Konfrontationskurs mit anderen Rappern und zeichnet somit das Gesamtbild des Gangster-Rappers weiter.
Seine Musik wurde mehrfach mit dem Echo ausgezeichnet. Unter anderem bekam er zwei Jahre in Folge (2006 und 2007) den begehrten MTV Europe Music Award in der Kategorie Best German Act. 2011 wurde er sogar zum Bambi-Preisträger in der Kategorie Integration, was für viel Furore sorgte. Allerdings ließ sich Bushido davon nicht beirren und geht seinen Weg weiter.
2010 kam sogar seine Autobiografie mit dem Film „Zeiten ändern dich" in die deutschen Kinos, in welchem er die Hauptrolle spielte.
Man kann über den in den Medien als „Rüpel-Rapper" bezeichneten Berliner sagen, was man will, aber seiner Musik ist er immer treu geblieben. 2018 holte er sich Capital Bra, Samra und den US-Star Akon als Feature-Gäste für sein Album „Mythos" ins Boot und lieferte neue coole Tracks, die ins Ohr gehen.