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 Get Well Soon & Very Special Guests
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"Vexations", übersetzt Ärgernisse, hat Konstantin Gropper sein zweites Album genannt. Das ist für ihn nicht nur der Name eines Klavierstücks von Eric Satie, auch nicht nur "ein schönes Wort mit x", sondern eben auch ein "Ausdruck des Unbehagens, der Entzauberung und des Zorns. Der Reibung an der Welt. Des menschlichen Konflikts aus dabei-sein wollen, aber gleichzeitig in-Ruhe-gelassen-werden."

Unter dem Pseudonym Get Well Soon drückte Gropper dem musikalischen Jahr 2008 seinen Stempel auf. Das Debütalbum "Rest Now Weary Head..." wurde einhellig gefeiert als eine musikalische Offenbarung, Gropper wurde abwechselnd als musikalischer Erlöser aus Oberschwaben oder als kluger und nachdenklicher Absolvent der Mannheimer Popakademie bejubelt. Beides ist natürlich falsch, denn weder ist er ein Erlöser noch bezeichnete er jemals die Akademie als Schlüsselstelle seines musikalischen Werdegangs. Dennoch, das kaufende Publikum war begeistert von dem warmen Klang dieser Band mit der Goldkante. Die FAZ fragte ungläubig: "Woher kommt der?", die französische Kulturzeitschrift Les Inrockuptibles sah in ihm den "prädikat-wertvollen Gegenentwurf zum Tokio Hotel Phänomen", während der britische NME ihn gleich zum neuen "German Wunderkind" ausrief. Nun, zwei Jahre später und um viele viele Tourerfahrungen reicher, legt Konstantin Gropper nach. Und erklärt sein Zweitwerk auf Nachfrage zu einem Konzeptalbum über Stoiker bzw. den Stoizismus. Das ist, um es mal kurz und küchenphilosophisch zu erklären, die Lehre von der emotionalen Selbstbeherrschung. Ein wichtiges Thema also für uns alle hier bei City Slang, die mit Hilfe von mehr Gelassenheit und größerer Seelenruhe zu noch mehr Weisheit streben. Aber jenseits des Themas, das Konstantin Gropper sich für sein zweites Album vorgenommen hatte ist die eine Frage wirklich wichtig: Wie ging er damit um, dass er für sein Debütalbum um die 23 Jahre Zeit hatte und das neue Werk nun netto innerhalb von rund zwei Monaten erdacht, konzipiert, komponiert und eingespielt wurde? Antwortet Gropper: "Nun ja, ich bin ja im vergangenen Jahr zum ersten Mal mit meiner Musik wirklich an die Öffentlichkeit getreten. Und habe damit eine unglaublich positive, aber gleichzeitig seltsame Erfahrung gemacht: Wildfremde Menschen haben mir - zumindest eine Zeit lang – zugehört und einige von ihnen haben mir erzählt, dass mein Schaffen ihnen wirklich etwas bedeutet." Und dann fügt er schmunzelnd hinzu: "Und ich bin in eine überfüllte Millionenstadt gezogen. Beides – eine neue Ausgangslage und eine, letztendlich doch irgendwie spürbare "Erwartungshaltung" (um das Wort Druck zu vermeiden) und unglaublich viele neue Eindrücke - hat mich diesem zweiten Album längere Zeit etwas ratlos gegenüberstehen lassen. Die Zeit wurde überbrückt - und ich abgelenkt - durch zahlreiche "Auftragsarbeiten" für den Film. So zahlreich, dass die Zeit dann wieder bedeutend knapper war, als ich mir für das Schreiben des Albums erhofft hatte. Jetzt sehe ich das eher als Glücksfall. So war die Arbeit grundverschieden von der am ersten Album: kompakter, konzentrierter, runder. 80 Prozent der Stücke sind in einem Nettozeitraum von zwei Wochen entstanden (zumindest ihr maßgebliches Gerüst)."

"Vexations" beginnt mit Fieldrecordings im Wald hinter dem Haus der Eltern und endet mit dem Untergang des Römischen Reiches. Dazwischen tummeln sich unter Anderem: Werner Herzog, Seneca (der wohl bekannteste Stoiker und "geistige Pate dieses Albums"), Georg Büchner, Homer, Peter Sloterdijk, Elisabeth Kübler-Ross, Sartre, die neuesten Erkenntnisse der Konfliktforschung, die Frage ob Zorn ein menschlicher Grundzug ist, sowie die Angst eines jeden Künstlers vor der Irrelevanz (durch die Augen von Moby Dick betrachtet). Ein Album, das, rein inhaltlich (oder auch philosophisch) betrachtet schon so randvoll gestopft ist, dass man meinen könnte, es bliebe gar kein Raum mehr für Musik. Aber falsch gedacht. Das Füllhorn an Opulenz, Melodienschwere und Arrangeurskunst, das Gropper, bzw. Get Well Soon hier ebenfalls über dem geneigten Hörer ausgießt ist nicht nur absolut rekordverdächtig, es ist auch von solcher Schönheit, Reife und majestätischer Würde, dass es in der Tat zunächst einmal überwältigend erscheint. Erstmals in einem richtigen Studio verarbeitet, erstmals mit richtigem Streicherquartett und echten Bläsern sagt Gropper, dass diese Aufnahmen endlich "so klingen, wie ich es immer wollte, und nicht wie eine Anhäufung von Unzulänglichkeiten". Wahrscheinlich wird die Platte in seine Schaffensgeschichte eingehen als "das Get Well Soon Album mit dem –phon". Herr Gropper hat seine Instrumentesammlung nämlich um ein Xylophon, ein Marimbaphon und ein Vibraphon erweitert. Alle hier ausgiebig zu hören und genießen. Und so ist "Vexations" ein würdiger Nachfolger des wundervollen Debüts geworden. Ein künstlerisch herausragendes, in jeder Hinsicht opulentes Werk, das, obwohl klanglich auf einem anderen Level angekommen, nicht auf Singles, Radio oder die Charts schielt sondern stoisch und also unaufgeregt dort weitermacht, wo Get Well Soon mit dem ersten Album bis heute nicht aufgehört hat: die Menschen zu erreichen und zu berühren.

Hinweis: Die getgo Consulting GmbH ist nicht selbst Veranstalter der angebotenen Veranstaltung. Die Veranstaltung wird durch den Veranstalter durchgeführt, der auch Aussteller der Tickets ist. Die getgo Consulting GmbH hat es lediglich übernommen, die Tickets im Auftrag des Veranstalters zu vermitteln. Bitte beachten Sie gegebenenfalls die gesonderten Hinweise für Eventreisen.
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Veranstaltung: Get Well Soon & Very Special Guests Adresse: Kulturzentrum Lagerhaus
Datum: Sa., 27.03.2010 Schildstr. 12-19  
Uhrzeit: 20:30 28203 BREMEN
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